Anis - Pimpinella anisum L.
Beschreibung
Gattung: Bibernellen (Pimpinella)
Bei dieser einjährigen Pflanze handelt es sich um einen leicht behaarten Doldenblütler mit typischem Anisgeruch. Der 20 bis 60 cm hoch wachsende Stängel ist rund, gerillt und trägt am Grund Blätter mit 3 bis 5 Fiedern. Die Blätter sind nach oben zunehmend feiner zerteilt, bis sie fast nur noch dreilappig sind. Die Dolde selbst besitzt keine Hülle sondern nur wenige, fädliche Hüllblättchen. Aus den Blüten gehen zwischen August und September graugrüne, birnenförmige, 3 bis 5 mm lange, dicht und kurz behaarte, zweiteilige Spaltfrüchte (Doppel-Achänen) mit jeweils 5 helleren Rippen und Stielresten hervor.
Doldenblütler sehen sich oft auf den ersten Blick sehr ähnlich. Durch den Anisgeruch kann man diese Pflanze jedoch einfach von anderen unterscheiden, auch wenn Fenchel, Süßdolde und Kerbel ähnlich riechen.
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Vorkommen
Die Heimat wird im östlichen Mittelmeergebiet vermutet. Sie tritt gelegentlich verwildert auf Schuttstellen, im Gartenland und auf Weinbergen auf und wird vielerorts angebaut.
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Drogen und Inhaltsstoffe
Die Droge sind die getrockneten, zwischen Juli und September gesammelten Anisfrüchte (Anisi fructus) und das ätherische Anisöl der reifen Früchte (Anisi aetheroleum). Das Öl ist im Arzneibuch zugelassen und wird meistens auch aus den billigeren Früchten des Sternanises (lllicium verum) gewonnen.
Die Wirkstoffe des ätherischen Öls sind zu maximal 90% trans-Anethol (Geruchsträger), 2% Estragol, > 1% Anisaldehyd, Anisalkohol und die Terpene Pinen und Limonen.
Es kommt auch Cumarin vor.
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Eigenschaften und Wirkungen
Duft und Geschmack lassen sich als süß und stark aromatisch mit Ähnlichkeit zu Lakritz beschreiben.
Bei wenigen Menschen kann eine Anisallergie auftreten.
Anis wirkt durch das Abatmen der ätherischen Öle in der Lunge schleimlösend, wegen seiner drüsenstimulierenden Wirkung schwach krampflösend und blähungswidrig. Das Öl hat leichte antibakterielle und antifungale Eigenschaften.
Anisöl soll gegen Kopf- und Ohrenschmerzen helfen, wenn man es im Dampfbad inhaliert oder einen Wattebausch damit tränkt und in den Gehörgang einführt. Auch gegen Krätze und Läuse soll es helfen, jedoch nicht bei Katzen, da es auf diese toxisch wirkt.
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Verwendung
In der Medizin wird Anis oder das ätherische Öl in diversen Hustenpräparaten als auswurfförderndes Mittel und sanftes Medikament gegen Kolikschmerzen und Blähungen eingesetzt. Wegen der keimtötenden Wirkung des Öls findet man dieses in Mundwässern und Halstabletten.
Die Volksheilkunde setzt die Pflanze zur Steigerung der Milchsekretion stillender Frauen ein. In der Homöopathie wird sie gegen Nackenschmerzen und Hexenschuss verwendet.
Das süße Gewürz wird in der Küche zum Kochen und Backen (Brot, Weihnachtsplätzchen u. a.), in Aufgussmischungen (Erkältungs- und Magenberuhigungstee) und in zahlreichen Spirituosen (Sambuca, Ouzo, Raki, Pernod u. a.) eingesetzt.
Die Industrie verwendet oft das billigere Öl des Sternanises zum Würzen.
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Zubereitung
Anis eignet sich zusammen mit gleichen Teilen von Kümmel und Fenchel als Aufguss gegen Blähungen und geschwächtem Magendarmtrakt. Selbst Kleinkinder können dieses Getränk zu sich nehmen.
Für einen solchen medizinisch wirksamen Aufguss nimmt man einen Teelöffel Anisfrüchte, übergießt ihn mit 250 ml kochendem Wasser und lässt 10 Minuten ziehen. Am Besten mehrmals täglich frisch zubereitet trinken.
Die Früchte eignen sich auch als Zusatz zu geschmackslosen Spirituosen und zur Herstellung von Glühwein.
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Kultivierung
Da die Anisfrüchte heutzutage überwiegend aus Kulturen gewonnen werden, sind Verunreinigungen mit den ähnlich aussehenden, giftigen Schierlingsfrüchten (z. B. Conium maculatum L.) sehr selten.
Die Hauptanbauländer sind:
Spanien, Südfrankreich, Italien, Türkei, Deutschland, der Süden Russlands, Indien und Mittel- und Südamerika. Importware stammt in Deutschland vorwiegend aus Ägypten, China, Italien, Spanien und der Türkei.
Da die Pflanze hohe Anforderungen an den Boden und das Klima stellt, wird sie in Deutschland nur selten als Gewürz- oder Arzneipflanze angebaut. Die Samen derselben Pflanze benötigen unterschiedlich lange zum Reifen und auch die Pflanzen wachsen unterschiedlich schnell. Häufige Wechsel von Trocken- und Feuchtperioden beeinflussen das Wachstumsverhalten zusätzlich. Dazu kommt, dass man nur im Rhythmus von 3 Jahren Anis auf der gleichen Ackerfläche anbauen darf.
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